Donald Trump gibt Ukraine die Schuld an steigenden Spritpreisen – trotz Lage in Nahost
Attacken auf Ölpipelines
Die Angriffe der Huthi-Milizen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien belasten den Benzin- und Dieselmarkt. Doch der US-Präsident sieht die Verantwortung woanders.
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Neu rekrutierte Huthi-Milizionäre, Archivbild von 2023
Foto: Osamah Yahya / IMAGO / ZUMA Wire
US-Präsident Donald Trump hat von der Ukraine verlangt, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Trump sagte am Sonntag bei seinem Besuch in Irland, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj müsse »aufhören, den Dieselkraftstoff in Russland lahmzulegen«. Selenskyj könne »andere Ziele« angreifen, aber keine Raffinerien zur Herstellung von Diesel, »weil er eine Dieselknappheit verursacht«.
Als Reaktion auf massive russische Raketen- und Drohnenangriffe greift die Ukraine seit Monaten gezielt Energieinfrastruktur in Russland an und nimmt dabei unter anderem Raffinerien und Öldepots ins Visier.
Hintergrund von Trumps Forderung ist möglicherweise der gestiegene Dieselpreis in den USA: Er lag nach Angaben des US-Automobilclubs AAA am Freitag erstmals über sechs Dollar pro Gallone (5,22 Euro für 3,8 Liter). Ähnlich hoch war der Dieselpreis zuletzt im Juni 2022 mit 5,82 Dollar pro Gallone. Damals hatte der russische Angriff auf die Ukraine die Energiepreise deutlich in die Höhe getrieben.
Angriff auf zentrale Ölpipeline in Saudi-Arabien
Seit Februar 2026 hat der US-israelische Krieg gegen Iran die Öl- und Gasmengen auf dem Weltmarkt deutlich verknappt. Diesel ist nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) besonders betroffen, weil Raffinerien in den Golfstaaten sowie in Russland beschädigt sind.
Trump behauptete nun, die Dieselknappheit sei nicht auf den Irankrieg zurückzuführen. »Das kommt nicht aus dem Nahen Osten«, sagte er in Irland. »Das ist eine Folge dessen, was mit Russland und der Ukraine passiert.«
Derweil spitzt sich die Lage im Nahen Osten zu, so dass Experten und Analysten steigende Benzinpreise weltweit befürchten. Nach der seit Monaten geschlossenen Straße von Hormus ist mit der Meerenge Bab al-Mandab ein weiterer wichtiger maritimer Handelsweg vor einer möglichen Schließung bedroht. Der Grund: Die verstärkten Angriffe der aus Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Milizen auf die Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien.
Am Freitag hatten Drohnenangriffe zu einer vorläufigen Stilllegung einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien geführt. Ob die Huthis auch hinter diesen Attacken stecken, ist bisher unklar.