Nato registriert mehr hybride Angriffe von Russland – Sabotage, Cyberattacken, Sprengstoffdrohnen
Wachsende Bedrohung
Sabotage, Cyberattacken, Sprengstoffdrohnen: Russland intensiviert seine verdeckten Operationen gegen Nato-Staaten. Das Militärbündnis will jetzt gegensteuern und die Abschreckung erhöhen.
Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier. War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback!

Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einer Pressekonferenz in Brüssel am 2. September
Foto:
Wiktor Dabkowski / ZUMA Press Wire / IMAGO
Hybride Angriffe Russlands auf Nato-Staaten nehmen offenbar deutlich zu. Mehr als 200 habe das Militärbündnis im vergangenen Jahr erfasst. Dabei seien die alltäglichen Cyberangriffe nicht eingerechnet, erklärte ein ranghoher Nato-Beamter in Brüssel gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Davon gebe es allein gegen das Nato-Hauptquartier jeden Monat Tausende.
Zum Fall der Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle sagte der Nato-Vertreter demnach, der gefundene Sprengstoff deute nach seiner Einschätzung auf eine Beteiligung des russischen Geheimdienstes hin. Die Nato stuft den Vorfall ebenso wie die Bundesregierung als hybriden Angriff ein, obwohl die Drohne letztlich nicht explodierte.
So werden meist verdeckte feindliche Aktionen unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Angriffs bezeichnet, etwa Sabotage, Cyberattacken oder Desinformationskampagnen. Ziel ist es dabei oft, einen Staat zu schwächen, Unsicherheit zu erzeugen und politische oder militärische Ziele zu erreichen, ohne einen klassischen Krieg auszulösen.
Russland verfolgt nach Einschätzung der Nato unter anderem das Ziel, die politische und praktische Unterstützung für die Ukraine zu untergraben und sich auf eine mögliche weitere Eskalation vorzubereiten. Dazu gehören etwa das Auskundschaften kritischer Infrastruktur und Logistikketten sowie das Vorpositionieren von Schadsoftware in wichtigen industriellen Steuerungssystemen.
Schutz kritischer Energienetze geplant
Besonders beunruhigt die Nato dabei ein Wandel in der Qualität der Angriffe. »Die Zahl nimmt zu, die Schwere nimmt zu, und die Risikobereitschaft nimmt zu«, sagte der Beamte der dpa. Damit steige auch das Risiko von Opfern unter Bürgerinnen und Bürgern der Bündnisstaaten. Für die Nato gehe es derzeit darum, ruhig zu bleiben und die Abschreckung zu erhöhen. Dabei gehe es um militärische Maßnahmen, aber auch darum, den Anreiz für Angriffe durch einen wirksamen Schutz der Infrastruktur zu senken.