Ukraine: Was Vogelnester aus Glasfaserkabeln über den Krieg verraten

Reste von Kampfdrohnen-Einsätzen

Ukrainische und russische Soldaten steuern Drohnen mithilfe ultradünner Kabel, die sich wie ein Spinnennetz über die Landschaft legen. Verbaut in Vogelnestern sind solche Überbleibsel nun in ein Kriegsmuseum gelangt.

Vogelnester aus Glasfaserkabeln im Kriegsmuseum in Kyjiw

Foto: Valentyn Ogirenko / REUTERS

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In der Ukraine haben Soldaten an der Frontlinie Vogelnester gefunden, die die Tiere aus Gras und Glasfaserkabeln gebaut haben – ein Zeichen dafür, wie der seit mehreren Jahren andauernde Krieg die Umwelt verändert.

Die Gebiete entlang der 1200 Kilometer langen Frontlinie sind mit den hauchdünnen Kabeln übersät, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Sowohl ukrainische als auch russische Truppen steuern Angriffsdrohnen mithilfe der Kabel, die sich während des Flugs hinter der Drohne herziehen. Diese Methode soll die Drohnen gegen elektronische Störsignale immun machen – doch stürzt die Drohne ab, bleiben die Kabel liegen. Wie ein riesiges Spinnennetz liegen sie inzwischen verheddert in Bäumen, verstreut über Feldern oder auf Dächern in Städten.

Vogelnester aus Glasfaserkabeln im Kriegsmuseum in Kyjiw

Foto: Valentyn Ogirenko / REUTERS

Offenbar haben Vögel begonnen, die Kabel für den Nestbau zu verwenden, sagt Jana Hrynko, die leitende Wissenschaftlerin am Kriegsmuseum in Kyjiw. »Objekte wie Vogelnester mit Fragmenten von Glasfaserkabeln verdeutlichen den Wandel in der Art von Kriegsführung«, sagt Hrynko. Im Krieg gegen Russland setzt die Ukraine stark auf Drohnen, um der Überlegenheit des Gegners bei konventionellen Waffen entgegenzuwirken.

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Reuters berichtet von Gesprächen mit mehreren ukrainischen Soldaten in den Frontregionen Donezk, Charkiw und Saporischschja, die solche Nester gefunden und ihre Bilder und Videos online gestellt hatten. Zwei Nester haben sie von der Front an das Museum geschickt, eines davon soll in der dortigen Kriegssammlung verbleiben, das andere werde zur Forschung in die Niederlande geschickt und später zurückgegeben, heißt es.

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