Russlands Angriffskrieg: Ukraine soll bei Nato-Gipfel Milliarden bekommen

Zusage der Bündnisstaaten

Die von Russland angegriffene Ukraine soll in Ankara ein neues Versprechen für Militärhilfen erhalten. Jeweils 70 Milliarden Euro sollen in diesem und im kommenden Jahr fließen.

Gemeinsame Erklärung der Regierungschefs von Estland, Lettland, Litauen und Deutschland in Berlin

Foto: Omer Messinger / Getty Images

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Die Ukraine sieht sich im Abwehrkampf gegen Russland derzeit im Aufwind. Nun soll das angegriffene Land beim Nato-Gipfel in Ankara ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich Vertreter der 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie mehrere Agenturen übereinstimmend berichten.

Konkret sieht die geplante Zusage vor, über zwei Jahre hinweg eine Mindestfinanzierung in Höhe von 70 Milliarden Euro pro Jahr für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung bereitzustellen – also insgesamt 140 Milliarden Euro.

Ein EU-Hilfspaket wird dabei allerdings mitgerechnet. Über dieses soll die Ukraine bis Ende 2027 rund 60 Milliarden Euro für verteidigungsrelevante Ausgaben bekommen. Unter dem Strich blieben damit noch rund 80 Milliarden Euro, die Nato-Staaten aus ihren nationalen Haushalten stemmen müssten.

Deutschland wird Löwenanteil tragen

Weil die USA unter US-Präsident Donald Trump die Finanzierung von Ukrainehilfen weitgehend gestoppt haben, wird Deutschland von der Summe aller Voraussicht nach den größten Anteil übernehmen. Für dieses Jahr hat die Bundesregierung bereits jetzt 11,5 Milliarden Euro für Artillerie, Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge und andere Ausrüstung eingeplant. Das ist laut Verteidigungsministerium der höchste Betrag seit dem russischen Angriff im Februar 2022.

Die bislang letzte finanzielle Nato-Unterstützungszusage für die Ukraine hatte es beim letzten Nato-Gipfel mit Trumps Vorgänger Joe Biden im Jahr 2024 gegeben. Die Bündnisstaaten einigten sich damals darauf, »mithilfe proportionaler Beiträge« innerhalb eines Jahres eine »elementare Mindestfinanzierung in Höhe von 40 Milliarden Euro« bereitzustellen. Beim Gipfel im vergangenen Jahr kam mit Trump keine entsprechende Einigung zustande.

Europäer wollen mehr Verantwortung übernehmen

Die in einem schriftlichen Verfahren angenommene Gipfelerklärung soll am kommenden Mittwoch zum Abschluss des zweitägigen Spitzentreffens der Staats- und Regierungschefs in Ankara veröffentlicht werden.

Neben der Unterstützungszusage für die Ukraine enthält der abgestimmte Entwurf nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa auch Formulierungen, die klarmachen sollen, dass die europäischen Alliierten künftig deutlich mehr Verantwortung für die Verteidigung und Abschreckung ihres Kontinents tragen werden. Ein stärkeres Europa in einer stärkeren Nato lautet dabei das Motto.

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